Darstellung

Die Praktikumsplatzbörse für (Mittel)Schulen und Jugendeinrichtungen

Die Grundidee hinter der Praktikumsplatzbörse

Ursprünglich entstanden ist die Praktikumsplatzbörse München im Jahr 2008 im Stadtbezirk Berg-am-Laim. Die im Runden Tisch Kinder und Jugend zusammengeschlossenen Träger der Jugendhilfe hatten den Übergang Schule-Beruf für Mittelschüler_innen (damals noch Hautpschüler_innen) als besonderes Problemfeld identifiziert. Insbesondere Jugendliche mit bestenfalls mäßigem Mittelschul­abschluss und/oder Migrationshintergrund hatten damals und haben heute Schwierigkeiten, direkt nach dem Schulabschluss einen Ausbildungsplatz zu finden. Viele landen in Warteschleifen wie dem Berufsvorbereitungsjahr oder dem Berufsintegrationsjahr. In nicht wenigen Fällen ist das der Beginn einer "Maßnahmenkarriere".

Für viele Jugendliche, die an der Schwelle zwischen Schule und Beruf stehen, sind die Mitarbeiter_innen der verschiedenen Angebote der Offenen Jugendsozialarbeit wichtige Ansprechpartner_innen in allen Fragen rund um Berufswahl und Bewerbung. Aus diesem Grund bestanden auch schon Kontakte zwischen den Mitarbeiter_innen der Offenen Jugendsozialarbeit und Betrieben der lokalen Ökonomie. So wurde auch benachteiligten Jugendlichen die Möglichkeit gegeben, ein Praktikum zu absolvieren. Diese einzelnen Kontakte wurden zu einem Pool zusammengefügt, so dass jede_r Mitarbeiter_in der Jugendsozialarbeit auf eine größere Zahl an möglichen Praktikumsplätzen zurückgreifen konnte. Die so in einem Kooperationsnetzwerk entstandene Datenbank - "Sprung ins Praktikum" wurde von einem Sozialpädagogen in der Freizeitstätte des AKA e.V., dem BaLI, verwaltet.

Im Prinzip dieselbe Idee hatte eine Mitarbeiterin der Schulsozialarbeit einer Giesinger Schule. Sie wollte ihre Firmenkontakte mit den Schulsozialarbeiten der umliegenden Schulen teilen. Hieraus entstand des Giesinger Sprungbrett des Kreisjugendrings München. Das Projekt wurde größer und es entstanden unter dem Dach von Regsam (Regionale Netzwerke für Soziale Arbeit in München) nach und nach insgesamt sieben regionale Praktikumsplatzbörsen, verteilt auf vier Träger der Sozialarbeit. Der Trägerverbund bestand aus den Mitgliedern: Initiativgruppe - Interkulturelle Begegnung und Bildung e.V. mit der Praktikumsplatzbörse München-Mitte, Diakonie Hasenbergl mit den zwei Börsen für den Münchner Norden und Kreisjugendring München-Stadt mit den drei Börsen für den Münchner Süden und Westen. Seit Juli 2014 ist der AKA e.V. alleiniger Träger der Praktikumsplatzbörse.

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Die Arbeitsweise

Die Mitarbeiter_innen der Praktikumsplatzbörse akquirieren Praktikumsplätze und pflegen sie in eine passwortgeschützte Datenbank ein. Die Kooperationspartner_innen erhalten einen Zugang zur Datenbank. Mit diesem Zugang können Sie zusammen mit den Jugendlichen Praktika suchen, sich über die Betriebe in der Datenbank informieren und darüber hinaus selbständig Praktika aus ihrem Fimennetzwerk in die Datenbank einstellen. Daneben sollen die Pädagog_innen, die einen Zugang zur Datenbank besitzen, die Jugendlichen in ihrem Bewerbungsprozess unterstützen und, sofern gewünscht, sowohl den Jugendlichen als auch den Betrieben als Ansprechpartner_innen während des Praktikums zur Verfügung stehen. Hierdurch soll gewährleistet werden, dass die Jugendlichen Praktika nicht nur in den aktuellen "Modeberufen" suchen, sondern auch auf die Beschäftigungsmöglichkeiten in weniger beliebten Ausbildungs­berufen aufgeklärt werden, sowie eine realistische Einschätzung ihrer Ausbildungsmöglichkeiten erhalten.
Firmen, die Praktika anbieten möchten, können diese selbstverständlich an die Mitarbeiter_innen der PPB weiter geben. Da alle Einträge zu den Firmen mit einem freien Text versehen werden können, können hier besondere Wünsche der Arbeitgeber (bspw. hinsichtlich Qualifikationen oder Interessen von Praktikant_innen) formuliert und eingegeben werden.

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Die Aktualität

Seit den ersten Anfängen der Praktikumsplatzbörse hat sich der Ausbildungsmarkt grundlegend gewandelt. Im Großraum München bleiben viele Ausbildungsplätze unbesetzt. Man könnte meinen, mit diesen Wirtschaftsdaten hätte sich eine Institution wie die Praktikumsplatzbörse überlebt. Allerdings gelten viele dieser Ausbildungsplätze bei den Jugendlichen als eher unattraktiv. Umgekehrt erfüllen viele Jugendlichen, bei denen sich die Suche nach einem Ausbildungsplatz zäh gestaltet, nicht dem Anforderungsprofil der suchenden Unternehmen. In vielen Fällen führt das dazu, dass Jugendliche in einem Beruf ausgebildet werden, der nicht ihren eigentlichen Wünschen entspricht und auf der anderen Seite Unternehmen Bewerber_innen einstellen, die dem Anforderungsprofil nicht entsprechen. Eine hohe Abbruchquote ist die Folge. Betroffen hiervon sind vor allem Migrant_innen.
Hier möchte die Praktikumsplatzbörse weiterhin ansetzen und möglichst vielen Beschäftigten in der Jugendhilfe ein Instrument an die Hand geben, Jugendliche in der Berufswahlphase zu unterstützen. Freiwillige Praktika in den Schulferien können die Berufswahl erleichtern, indem Ausbildungsplatzsuchende möglichst viele verschiedene Berufe kennenlernen. Gerade Jugendliche im Abschlussjahr können sich dadurch bei Firmen empfehlen und durch ein Praktikum einen Ausbildungsplatz in einem Beruf ergattern, der nahe an ihren Wünschen liegt.

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Die Kooperationspartner_innen

Die Praktikumsplatzbörse München kooperiert mit allen interessierten Schulsozialarbeiter_innen, Freizeitstätten, ambulanten Erziehungshilfen und allen interessierten Institutionen der sozialen Jugendarbeit. Eine Linkliste unserer aktuellen Kooperationspartner_innen finden Sie hier.

Jugendeinrichtungen ohne Zugang zur Praktikumsplatzbörse können sich bei Interesse an Frau Brieger wenden (Kontakt s. unten).